Diskurs zur bioökonomischen Transformation

Vorhaben

Diskurs zur bioökonomischen Transformation

Der gesellschaftliche Diskurs zur bioökonomischen Transformation läuft auf unterschiedlichen Ebenen ab. Einerseits wird der Wandel als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden. Hierbei sind insbesondere die ethischen, technik-philosophischen, sozio-kulturellen und rechtlichen Fragestellungen zu bewältigen, um diesen Prozess mit den allgemeinen Werten und Normen abzustimmen. Andererseits wird sich der konkrete Wandel auf regionaler Ebene niederschlagen. Jede einzelne Gemeinde oder Landkreis wird sich mit der bioökonomischen Transformation auseinandersetzen. Sie betrifft die Lebensweise jedes Einwohners, das Management von Unternehmen, die regionalen Versorgungsstrukturen, die Landschaft und die regionale Stimmungslage. Die lokale/regionale Politik wird dieser persönlichen und unmittelbaren Betroffenheit nicht nur mit Diskursen zu ethischen, philosophischen, sozio-kulturellen oder rechtlichen Fragestellungen entgegentreten können. Der Diskurs muss auf die jeweilige Region ausgerichtet sein und der Bevölkerung und den Unternehmen ganz konkret aufzeigen, welche Veränderungen, Ursachen, Chancen und Risiken für sie von Bedeutung sind.
Dieser Diskurs muss partizipativ mit den zukünftigen Betroffenen stattfinden, sodass jede Region und jedes Unternehmen die zukünftige Rolle und Anforderungen im bioökonomischen Transformationsprozess erkennen oder finden kann. Einzelpersonen erkennen darüber außerdem die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Bioökonomie.

Der Diskurs wird in diesem Vorhaben über regionale Workshops zu Zukunftsanalysen vorangetrieben. Dabei werden unterschiedliche Szenarien unter den Prämissen einer aktiven, inaktiven, reaktiven oder passiven Verhaltensweise der regionalen Akteure entwickelt. Eingesetzt werden angepasste Methoden aus der System- und Wandlungsfähigkeitsanalyse sowie haptische Methoden der Ideenentwicklung. Die Workshops werden mit regionalen Vertretern aus den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Handel, Logistik, Schulwesen, Verwaltung, Forschung, Strukturentwicklung, Ökologie, Bürgerschaft und Jugendarbeit besetzt. Die erarbeiteten Zukunftsmodelle werden in einem Folgeschritt von Kindern und Jugendlichen als diejenigen, die in der Zukunft von diesen Ansichten, Plänen und Strategien am stärksten betroffen sein werden, hinsichtlich Verständlichkeit und Plausibilität beurteilt. Basierend auf diesen Ergebnissen wird aus den vier Extremszenarien ein regionales, strategisches Zukunftsmodell zur bioökonomischen Gesellschaft zusammengestellt, aus welchem konkrete politische, ökonomische, ökologische und soziale Maßnahmen gemeinschaftlich und regional abgeleitet werden. Dieser Strategievorschlag wird von der jeweiligen kommunalen Öffentlichkeit bewertet.

Für jede Phase in diesem Diskursprozess sind Gestaltungsalternativen vorgesehen, sodass die Wirksamkeit einzelner Formatkonfigurationen, Anreizsysteme, Methoden und Kommunikationskanäle vergleichend ermittelt werden. Das Format für den Diskursprozess wird dahingehend entwickelt und verfeinert, dass es als effektives aber kostengünstiges Format flächendeckend genutzt werden kann. Es wird untersucht, worin die Motivation begründet liegt, sich als Organisation oder Bürger an einen regionalen Zukunftsdiskurs zur Bioökonomie zu beteiligen. Für den Bereich der Kinder- und Jugendbildung werden biotechnologische Versuchsanordnungen entwickelt, die nicht nur für die Workshop-Reihe genutzt werden, sondern auch für Schulen und Jugendarbeit als mobiles Schulungsprogramm verfügbar gemacht werden. Im Projekt entwickelte Diskursformate sowie Schulungsangebote zur Methodenanwendung oder Medienarbeit werden so gestaltet und geplant, dass sie nach der Projektlaufzeit von den Projektpartnern und weiteren Interessierten gemeinnützig oder sogar ehrenamtlich angeboten werden können.